Museumsschmiede Langmeil

Die ehemalige Dorfschmiede in Langmeil wurde im Laufe des Jahres 2003 zur Museumsschmiede umgestaltet. TrÀger des Schmiedemuseums ist der Museumsverein Winnweiler. Die Dorfschmiede liegt auf dem "Donnersberger Bauernpfad" und ergÀnzt in anschaulicher Form das dort "begehbare" landwirtschaftliche Leben. Es soll vor allem der Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und dem "Landhandwerk" mit Sonderausstellungen dargestellt werden.

Das Schmiedemuseum soll einen Einblick in den dörflichen Arbeitsbereich einer Dorfschmiede gestatten, wie sie bis in die fĂŒnfziger und sechziger Jahre in unserem Raum noch anzutreffen war. Die Einrichtung stammt grĂ¶ĂŸtenteils aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Die gemauerte Esse, mit dem eingelassenen Wasserschiff, befindet sich zentral im Raum. Neben der Esse befindet sich der Blasebalg, dessen Kammern fĂŒr die Luftzufuhr des Schmiedefeuers verantwortlich waren. Neben der Esse fallen die grĂ¶ĂŸeren Maschinen zum Biegen und Stauchen, die alte handbetriebene Bohrmaschine, die vielen HĂ€mmer und die Zangen auf.

Die Arbeit des Dorfschmiedes lÀsst sich in drei Bereiche einteilen:
der Hufbeschlag, der Wagenbau und die anfallenden Reparaturen.
Das waren die klassischen Arbeiten in einer Dorfschmiede.

Beschlagen wurden damals nicht nur die Pferde sondern auch die sogenannten ArbeitskĂŒhe. Da diese BeschlĂ€ge regelmĂ€ĂŸig erneuert werden mussten, gehörte der Hufbeschlag zu den festen Einnahmequellen eines Dorfschmiedes. Seit 1885 war ein Gesetz in Kraft, das den Betrieb des Hufbeschlagswesen regelte. Seit damals mußten alle Schmiede die BefĂ€higung nunmehr ĂŒber eine amtliche PrĂŒfung nachweisen. In Langmeil waren die Dorfschmiede immer auch Hufschmiede. In Langmeil wurde 1898 quasi der Schmiede gegenĂŒber der Zuchtverband fĂŒr "Glan-Donnersberger-Zuchtverband" gegrĂŒndet. Die Herstellung der vier neuen Hufeisen und dem anschließenden Beschlag war recht zeitaufwendig. Vor allem die Herstellung der Rohlinge war eine aufwendige Arbeit. Die Schenkel mussten gebogen, die Nagelfalze eingeschlagen und das Eisen gelocht werden. SpĂ€ter wurden diese Vorarbeiten durch die industriell angefertigten Rohlinge wesentlich erleichtert. Oft wurde auch das alte Hufeisen aufgearbeitet. Das bedeutete fĂŒr den Kunden eine Preisreduzierung.

Der Wagenbeschlag, das heißt das Aufziehen der Eisenbereifung auf das Holzrad gehörte ebenfalls zu den wichtigeren Arbeiten in der Dorfschmiede. Hierzu wurde eng mit dem Wagner - in Langmeil mit dem Wagnerbetrieb Michel - zusammengearbeitet. In der Wagnerwerkstatt wurden die Holzteile fĂŒr den Wagenbau hergestellt. In der Schmiede wurde der Wagen vollends zusammengebaut. Vom Schmied wurden die Reifen fĂŒr die RĂ€der, die BĂ€nder, Naben, BeschlĂ€ge und die Wagenbremse hergestellt. Die Achsen fĂŒr die Wagen stammten schon relativ frĂŒh aus industrieller Fertigung. In unserer Region wurden diese Stahlachsen von der Firma Gienanth, Hochstein gefertigt.

Der ĂŒberwiegende Teil der tĂ€glichen Arbeit bestand aus den verschiedensten Reparaturarbeiten. Sensen und Sicheln mussten gedengelt, Äxte und Hacken geschĂ€rft werden. KĂ€rste und Eggen waren zu spitzen und NĂ€gel zu schmieden. Das Herstellen der NĂ€gel wurde oft vom Lehrling, noch vorm eigentlichen Arbeitsbeginn, durchgefĂŒhrt. Beim Spitzen von Hacken und Meiseln ist die anschließende HĂ€rtung des Materials ganz entscheidend. Nach dem Ausschmieden und einer neuen Hitze wird das WerkstĂŒck in Wasser getaucht. Die blaue Anlassfarbe auf einem zuvor etwas blank geschliffenen Stelle zeigt dann den richtigen HĂ€rtegrad an.

Öffnungszeiten:
Von April bis Oktober von 15-17 Uhr (jeden letzten Sonntag im Monat)

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