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Archiv - Neues

05.01.2011 Kategorie: Neues

Viele gute Gründe für ein Prosit


POTZBACH: Ortsvorsteher Schmitt lädt in Silvesternacht zum Neujahrsempfang ein 

Es ist ein Neujahrsempfang der ganz besonderen Art: Seit 2004 lädt Ortsvorsteher Ulrich Schmitt die Potzbacher und Leithöfer für kurz nach Mitternacht auf sein Grundstück im Winnweilerer Gemeindeteil ein. Noch bevor die letzten Raketen verstummt sind, wünschen sich hier zahlreiche Bürger ein frohes neues Jahr. In der Nacht auf Samstag war"s wieder soweit.
Aus allen Richtungen des 270-Seelen-Dorfes strömen die Gäste gegen 0.30 Uhr herbei. „Das Wetter ist einladend", betont ein Teilnehmer die optimalen - weil trockenen und nicht zu kalten - äußeren Bedingungen. Manche Bürger fallen sich zur Begrüßung um den Hals, andere wiederum belassen es bei einem Händedruck. So oder so - herzlich sind die Neujahrswünsche in jedem Fall. „Potzbach ist der Nabel der Welt", verkündet die gut gelaunte Christine Oettinger aus der Hauptstraße mehrfach in den ersten Stunden des neuen Jahres. Während ringsumher die Kracher langsam verstummen, zünden einige Gäste Wunderkerzen an und prosten sich gegenseitig zu.
„Das Jahr muss ja gut anfangen - in einer solchen Gesellschaft", freut sich ein Bürger. Hier und da wird natürlich auch ein wenig gefrotzelt. So wird Schmitt nicht ohne Ironie gefragt: „Ulli, wie geht"s dir?" Schließlich ist der Ortsvorsteher in den letzten Minuten des alten Jahres von einem Hund gebissen worden. „Ohne Schaden" habe er die Attacke überstanden, kontert Schmitt und freut sich über den großen Zuspruch beim Neujahrsempfang. Dieser soll den Zusammenhalt der Potzbacher und Leithöfer weiter fördern. Generell gibt es viel Lob für die Dorfgemeinschaft und die Nachbarschaft im Ort.
Seit 40 Jahren wohnt Frieda Heidemann, die „Botschafterin vom Oberdorf", in Potzbach. Sie ist ständiger Gast des Neujahrsempfangs und freut sie sich über die vielen guten Wünsche. Sie betont die Geselligkeit in diesen Stunden. Fasziniert von der Fröhlichkeit und Offenheit der Menschen ist das amerikanische Ehepaar Debby und Daniel Perez, das in Potzbach wohnt. „Schon die ersten Stunden des neuen Jahres gehören der Gemeinschaft", freut sich auch Nicole Kolter, Vorsitzende des im vorigen Jahr gegründeten Vereins Dorfgemeinschaft Potzbach/Leithöfe. Bei dieser Gelegenheit könne gleich über die Pläne für 2011 gesprochen werden - und da gebe es einige, verrät Kolter augenzwinkernd.
Bei Michel Kolter treten derweil erste Ermüdungserscheinungen auf. Kein Wunder - ist der Fünfjährige doch der jüngste Besucher. Durchhaltevermögen beweist dagegen der 77-jährige Adolf Günther - lange Jahre Ortsvorsteher -, der mit seiner Ehefrau Marga hier ist und sich rege an den Gesprächen beteiligt. Die drehen sich nicht selten um vergangene Zeiten, oft fällt das Wort „früher". Doch für das „Heute" hat Günther ebenfalls viele positive Worte parat. Das zeige auch die große Resonanz beim Neujahrsempfang, zu dem rund 100 Personen gekommen sind.
Darunter ist die in Potzbach aufgewachsene Brunhilde Deubel, die heute in Rodenbach bei Kaiserslautern lebt. Doch die Neujahrswünsche an ihre Verwandten und die frühere Nachbarschaft will sie vor Ort loswerden. Viele Bekannte trifft sie rund um die Stehtische, es gibt eine Menge zu erzählen. Dazwischen wird immer wieder geprostet, auch mit alkoholfreien Getränken. Für den kleinen Hunger gibt es Brot und Schmalz.
Einmal Potzbacher, immer Potzbacher - diese Erfahrung hat Christa Blanz gemacht. 1962 kam sie in den Ort, den sie später wieder verlassen musste. Doch die Wehmut blieb - und als die Situation es erlaubte, kehrte sie nach Potzbach zurück. „Ich wurde mit offenen Armen wieder aufgenommen", ist sie dankbar dafür. Auch darauf wird angestoßen. Für ein „Prosit Neujahr" gibt es in dieser Nacht viele gute Gründe. (osw)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.1
Datum: Montag, den 03. Januar 2011