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Archiv - Neues

27.06.2011 Kategorie: Neues

Tuteurs aus aller Welt besuchen Winnweiler


WINNWEILER: 20 Familien aus der ganzen Welt besuchen Ort ihrer Vorfahren


Die Träger des Namens Tuteur auf der ganzen Welt stammen von Aron und Moses Leininger ab, die im Jahr 1802 von Neuleiningen nach Winnweiler gekommen sind. Hier erhielten die Beiden im Jahr 1808, auf Grund eines napoleonischen Dekrets, den Familiennamen Tuteur. Nun waren 20 Familien mit Namen Tuteur aus der ganzen in der Nordpfalz - und natürlich auch in Winnweiler.


Schon im Jahr 2004, bei der Eröffnung des Jüdischen Museums in Winnweiler, waren 20 Tuteurs gekommen. Auch in der Zwischenzeit besuchten immer wieder einzelne Familienangehörige bei ihren Deutschlandbesuchen das Jüdische Museum. Doch diesmal stellten die Familie einen Rekord auf: 85 Tuteurs - vom Kleinkind im Buggy bis zur über 80-jährigen Seniorin im Rollstuhl - waren auf Initiative und unter Anführung ihres Familienhistorikers, des Rechtsanwalts Michael Tuteur aus Boston, in zwei Bussen angereist. Beheimatet sind die Gäste heute in Argentinien, in Australien, in Südafrika, auf der Insel Mauritius, in den USA, Kanada, Israel, England, Frankreich, Belgien, Schweden, in der Schweiz und in Deutschland. Für alle war Winnweiler als Herkunftsort ihrer Vorfahren ein Begriff und eine Reise wert. Eine so große internationale Gruppe hatte Winnweiler wohl noch nie zu Gast.


Klar, dass Ortsbürgermeister Rudi Jacob die Gäste begrüßt und auch die einstige Bedeutung der großen Familie für Winnweiler gewürdigt hat. Dem schloss sich Museumsleiter Werner Rasche an. Er ist vielen der Gäste teils dem Namen nach, teils auch persönlich bekannt, weil er seit vielen Jahren immer wieder Anlaufstelle für Besucher und Auskunftssuchende auch und gerade aus dieser Familie ist. Beim Gang durch das Jüdische Museum fand die zur Zeit dort laufende kleine Dokumentation natürlich besonderes Interesse. Schließlich geht es um die Geschichte der Familie Tuteur, mit einem Exkurs über die Grundzüge der Israelitischen Kultusgemeinde Winnweiler zu der Zeit, als Tuteurs hier noch lebten. Außerdem ging es bei dem Rundgang durch Winnweiler auch zu den Stammhäusern der beiden Linien der Familie Tuteur - Marktplatz 1 und Jakobstraße 13 - sowie zu mehr als zehn weiteren Häusern, die einst Angehörigen der Familie Tuteur gehört haben. Nicht fehlen durften auch ein Abstecher zum Standort der 1938 zerstörten Synagoge und ein Besuch des jüdischen Friedhofs. Unter den mehr als 300 Grabsteinen befinden sich auch zahlreiche noch lesbare Tuteur-Grabmäler. In stillem Gedenken stand mancher Besucher vor den gefundenen Gräbern der Groß- oder Urgroßeltern oder noch weiter zurückreichender Vorfahren.


Interesse, Begeisterung und Herzlichkeit der Gäste waren so groß, dass viele versprachen, mit weiteren Angehörigen wieder zu kommen: nach Winnweiler und ins Jüdische Museum. Erfreulicher Nebeneffekt: Spontan haben 18 Tuteur-Familien aus den USA, Argentinien, Kanada, Schweden, England und der Schweiz ihren Beitritt zum Museumsverein erklärt. Ihre Mitgliedsbeiträge haben sie zum Teil mit bis zu vier Jahresbeiträgen im Voraus entrichtet... (lor)

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.145
Datum: Samstag, den 25. Juni 2011
Seite: Nr.17