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Archiv - Neues

06.03.2012 Kategorie: Neues

Theatergruppe des WEG begeistert Publikum


Theater AG des Wilhelm-Erb-Gymnasiums begeistert mit „Arsen und Spitzenhäubchen”


Wer hat wohl nicht seine ganz persönliche (sprichwörtliche) „Leiche im Keller”, die er sorgsam vor der Öffentlichkeit zu verbergen sucht? Sind aber dort unten ganz reale (wenn auch nicht mehr lebendige) Personen - und das gleich im Dutzend - versteckt, ist dies ein Fall für Polizei und Staatsanwalt. Oder Stoff für eine Kriminalkomödie. Genau darum handelte es sich bei der Aufführung der Theater-AG des Wilhelm-Erb-Gymnasiums: Seit Schuljahresbeginn haben die Schüler unter der (neuen) Leitung des Deutschlehrers Jonathan Ruhl das Stück „Arsen und Spitzenhäubchen” von Joseph Kesselring einstudiert und damit an zwei Abenden das Publikum im Festhaus begeistert.


Vor der Premiere dankte der stellvertretende Schulleiter Manfred Sappok den langjährigen Spielleitern Claudia Diedrich und Mathias Gaa für ihre engagierte Arbeit mit der AG. Das Stück, das Akteure und Regisseur auf die handwerklich perfekt in ein Wohnzimmer der 1940er Jahre im New Yorker Stadtteil Brooklyn verwandelte Bühne brachten, war gewürzt mit einer gehörigen Prise pechschwarzen Humors. Die Zuschauer, überwiegend Eltern, Lehrer und Mitschüler der jungen Talente, ließen sich willig darauf ein und von der turbulenten, temporeichen Handlung auf und um die Bühne fesseln.


Im Mittelpunkt des reichlich verwirrenden Geschehens stehen die beiden betagten Schwestern Abby (Lisa Küsters) und Martha (Lena Rudolph) Brewster, die ihre Aufgabe darin sehen, ältere, allein stehende Herren, die sich als Untermieter bei ihnen bewerben, mittels eines Gläschens vergifteten Holunderweins ins Jenseits zu befördern, um ihnen dort zu einem weniger einsamen Leben zu verhelfen. Bei der Beseitigung der Leichen hilft ihnen ihr geistig verwirrter Neffe Teddy (Janosch Prügel). Dieser hält sich jedoch nicht nur für den amerikanischen Präsidenten Roosevelt, sondern ist auch dabei, im Keller des Hauses den Panamakanal zu graben, der jetzt sozusagen mit Leichen „gepflastert” ist.


Dass jeder der unfreiwillig Dahingeschiedenen eine würdige Trauerfeier bekommt, ist für die hilfsbereiten und gottesfürchtigen Ladys übrigens Ehrensache! Ein zweiter Neffe, der Theaterkritiker Mortimer (Constantin Petry), ist entsetzt, als er von dem Treiben der Tantchen erfährt. Er versucht in der Folge ebenso hektisch wie vergeblich, diese von ihrem Tun abzubringen oder die Taten wenigstens zu vertuschen. Dass es ihm aber nur schwer gelingt, seine Verlobte Elaine (Katharina Manuel), Tochter des Nachbarn und Freund des Hauses Dr. Harper (Markus Baldermann), vom Ort des Geschehen fernzuhalten, erschwert das Ganze erheblich. Und als dann auch noch sein seit Jahren verschollener Bruder Jonathan (Tarvo Reim) auftaucht, erreicht das Chaos seinen Höhepunkt.


Denn Jonathan hat nicht nur den obskuren Schönheitschirurgen Dr. Einstein (Felix Bicu), der ihm schon mehrmals zu einem neuen Gesicht verholfen hat, im Schlepptau, sondern auch eine weitere Leiche im Gepäck. Und für die sieht er nun eine perfekte Möglichkeit der problemlosen Entsorgung im „Kanal”. Doch da stößt er auf massiven Widerstand, denn obwohl sich die Frauen schon lange ein „Doppelbegräbnis” gewünscht haben, können sie doch nicht einfach einen „Dahergelaufenen” in ihrem Keller bestatten lassen. So geben sich in der schweren Truhe, die ohnehin eine gewichtige Rolle spielt, die Leichen gewissermaßen „die Klinke in die Hand”. Das alles unbemerkt von den ahnungslosen Polizisten Officer Klein (Arthur Polle) und Officer Brophy (Alexander Schäfer), die immer gern auf eine Tasse Tee vorbeikommen.


Ihr Kollege, Officer O'Hara (Janosch Prügel, ebenso überzeugend wie als Kanal-grabender Mister President), der sich für einen begnadeten Theaterschriftsteller hält, raubt mit der Schilderung seines jüngsten Werkes dem armen Mortimer den letzten Nerv. Glücklicherweise rettet ihn der Einsatz von Lieutenant Roomey (Anna Martin) und Mr. Gibbs (Tristan Kappel), die die beiden gesuchten Schwerverbrecher Jonathan und Dr. Einstein dingfest machen, die auch ihm nach dem Leben getrachtet haben. Von der „schwachsinnigen Geschichte” mit den Leichen im Keller, die ihnen die beiden Gangster auftischen wollen, möchten sie aber gar nichts wissen. Dass sich am Ende herausstellt, dass Mortimer gar kein „echter” Brewster sondern ein „Bastard” ist, und somit genetisch nichts mit der mörderischen Sippe zu tun hat, mag man ihm von Herzen gönnen. Mitgefühl verdiente der unglückliche Mr. Witherspoon (Jana Abt), dem gerade sein „letztes Glas” Holunderwein kredenzt wurde...


Tosender Schlussbeifall belohnte die Akteure für ihre großartigen schauspielerischen Leistungen. Lob und Anerkennung hatten sich neben Regisseur Jonathan Ruhl auch die Sängerinnen und Musiker, die die Pausen zwischen den einzelnen Szenenbildern gefüllt hatten, die Bühnenbildner sowie der für Licht und Technik zuständige Friedrich Dilgger verdient. Sie alle durften sich frenetisch feiern lassen - wie tags darauf auch diejenigen Darsteller, die aufgrund einiger „geteilter” Rollen nur bei der zweiten Vorstellung auf der Bühne gestanden haben: Luise Kreilaus (Elaine Harper), Sophia Becker (Abby Brewster), Noah Wittig (O'Hara), Dario Conrad (Officer Klein) und Jonathan Kreilaus (Dr. Harper). (rm)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ

Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.56
Datum: Dienstag, den 06. März 2012
Seite: Nr.16
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