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Archiv - Neues

10.12.2012 Kategorie: Neues

Neue Ausstellung


Da werden Kindheitserinnerungen wach

WINNWEILER: Mehrere hundert Exponate an Spielzeug und Büchern aus alter Zeit im Jüdischen Museum


„Es war einmal: Kinderbücher und Spielzeug aus alter Zeit“ – so ist die Sonderausstellung im Jüdischen Museum Winnweiler überschrieben, die Petra Hilge-Müller und Lotte Wadehn im großen Schauraum aufgebaut haben. Schon bei der Eröffnung am ersten Advent gaben sich die Besucher „die Klinke in die Hand“, um sich an den mehreren hundert liebevoll dekorierten Exponaten zu erfreuen und in Kindheitserinnerungen zu schwelgen.Hinter Glas in Vitrinen, aber auch zum Anfassen auf Tischen ausgebreitet, findet sich in der Tat ziemlich alles, was früher, als Spielzeug noch keine Massenware war, ein Kinderherz höherschlagen ließ. Vor die mit winzigem Hausrat ausgestatteten Puppenstuben oder den Kaufladen voller Miniaturpackungen an Lebensmitteln und Süßigkeiten möchte man sich am liebsten hinsetzen und zu spielen beginnen. Früher war dieses Vergnügen streng zeitlich begrenzt, denn so Platz raubende Spielsachen, zu denen beispielsweise auch die von Buben (und Vätern) heiß geliebte Eisenbahn zählte, wurden nur zur Weihnachtszeit aus Truhen und Schachteln hervorgeholt. Deswegen ist vieles aber überhaupt bis heute erhalten. Auch die vornehmen französischen Puppendamen verlangten behutsame Behandlung und fühlen sich in ihrem exquisiten Interieur aus edlem Bambusholz sichtlich wohl.Innigeren Kontakt mit ihren kleinen Besitzerinnen (oder Besitzern) scheinen dagegen die „abgeliebten“ Teddys gehabt zu haben, die wohl ungezählte Mal beim Einschlafen helfen mussten. Auch das betagte Schaukelpferd, das nahe des festlich geschmückten Weihnachtsbaumes auf seinen stolzen Reitersmann zu warten scheint, wurde im Lauf seines langen Lebens erkennbar nicht geschont.


Die vielen ausgestellten Kinderbücher, von Generationen kleiner Hände tausendmal durchgeblättert, wecken Erinnerungen an gemütliche Vorlesestunden. Ob Grimm’s Märchen oder Heldensagen, ob „Struwwelpeter“ oder die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand – aus jeder Sparte sind Exemplare vertreten. Wohl jedes der historischen Stücke hat seine ganz eigene Geschichte. Was könnte wohl die 130 Jahre alte Dampfmaschine erzählen?! Angefangen bei ihrem Erstbesitzer, einem Untertan Kaiser Wilhelm I., über die „Kriegskinder“ von 1914 bis ’18 und 1939 bis ’45, die bitteren Jahre dazwischen und danach, bis zu den 1950er und 60er Jahren, als zuletzt damit gespielt worden ist. Keine der Geschichten aber dürfte so lebendig überliefert sein wie die eines besonderen Glanzstückes der Ausstellung: ein 80 Jahre altes Karussell (siehe „Zur Sache“). (rm)

Die Ausstellung ist an Adventssonntagen und am 2. Weihnachtstag, jeweils von 14.30 bis 17.30 Uhr, geöffnet. Für Gruppen nach Anmeldung unter Telefon 06302 1256 auch unter der Woche.

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ

Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.285
Datum: Freitag, den 07. Dezember 2012
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '91_6183152'