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Archiv - Neues

06.05.2011 Kategorie: Neues

Musikverein Winnweiler wird 100 Jahre alt


Winnweiler: Die Sternstunden und Talfahrten in 100 Jahren Musikverein - Jakob Buhrmann lange Zeit der „Macher" - Morgen Konzert im Festhaus


Keiner der acht begeisterten jungen Musiker, die in Winnweiler beschlossen haben, ihrer Liebe zur Instrumentalmusik eine offizielle Basis zu verschaffen, hat sich wohl denken können, was sie mit der Gründung des Musikvereins Winnweiler „angerichtet" hatten. Das war vor 100 Jahren, am 29. Mai 1911. In diesem Jahr blickt der Musikverein nun auf seine 100-jährige Geschichte zurück.


Erster Vorsitzender im Jahr 1911 wurde Heinrich Göckler, Friedrich Rhein dirigierte das Streichorchester. Im Jahr 1912 zählte man 14 aktive Musiker. Schon nach kurzer Zeit wagten sich die jungen Musikfreunde an die Öffentlichkeit, wobei neben der Musik auch das Theaterspiel gepflegt wurde. Wie in den Annalen vermerkt, kam sogar eine Operette zur Aufführung, „die viel Beifall und Anerkennung brachte". Nach Hitlers „Machtergreifung" 1933 war Marschmusik angesagt; es wurde zusätzlich eine Blaskapelle gegründet, deren Leitung Friedrich Scheidel übernahm. Im Zweiten Weltkrieg kam die Vereinstätigkeit zum Erliegen.


Friedrich Rhein war es zu verdanken, dass sich nach 1945 die Freunde des Streichorchesters wieder zusammenfanden. Dass wenig später auch wieder die Bläser aktiv wurden, ist das große Verdienst des inzwischen verstorbenen Jakob Buhrmann, der 1947, damals 18 Jahre alt, die Initiative ergriff und mit seinen Brüdern und ein paar Freunden wieder ein Blasorchester aufbaute. Man traf sich meist am Wochenende in seinem Elternhaus in Hochstein, um gemeinsam zu üben.


Nach Heinrich Göckler und Dr. Eduard Asthausen übernahm 1951 Jakob Unvericht den Vorsitz des Vereins, und gliederte ihm, als Liebhaber des Zitherspiels, einen Zitherclub an. Der plötzliche Tod von Friedrich Rhein kurz vor dem 40. Vereinsjubiläum 1951 und das Ableben von Friedrich Scheidel im Jahr 1966, leiteten eine Talfahrt ein, die erst im Jahr 1968 endete, als ein kleiner Stamm „Alter" beschloss, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Initiator war wieder Jakob Buhrmann, inzwischen zweiter Vorsitzender, dem dann auch die Leitung des Blasorchesters übertragen wurde. Er investierte viel Zeit und Geduld in die Ausbildung junger Musiker. 1970 wurde er zum ersten Vorsitzenden gewählt.


Eine „Sternstunde" in der Vereinsgeschichte war im gleichen Jahr die Verpflichtung von Horst Peters, damals Solotrompeter beim Südwestfunk, als Orchesterchef. Mit ihm begann eine rapide Aufwärtsentwicklung des Blasorchesters. Er brachte Ideen und neuen Schwung, von denen das Orchester lange zehrte. Im Jahr 1971 wurde in Verbindung mit dem Kreismusikfest das 60-jährige Bestehen gefeiert. Ein herausragendes Ereignis war auch das Konzert mit der US-Airforce-Band 1974. 1977 übernahm Norbert Buhrmann den Dirigentenstab, und als er ihn 1984 aus beruflichen Gründen abgeben musste, ging er noch einmal für vier Jahre in die Hände von Horst Peters über. Nach ihm leitete Harry Geib von 1989 bis 1997 mit großem Erfolg das Orchester. Nach kurzfristigen „Übergangsdirigenten" kehrte Ende 2000 mit der Verpflichtung von Linn Herwig wieder Kontinuität ein. Das 90-jährige Jubiläum wurde 2001 mit mehreren Großveranstaltungen gefeiert.


Nachdem Linn Herwig im September 2008 überraschend ihr Amt niedergelegt hatte, gelang glücklicherweise erneut die Verpflichtung von Harry Geib als Orchesterchef. Schon das erste Konzert im Mai 2010 offenbarte überzeugend die Harmonie zwischen Dirigent und Orchester. Dort haben sich übrigens bereits seit vielen Jahren junge Frauen ihren Platz erobert - gegenwärtig ist ein Drittel der 32-köpfigen Stammbesetzung weiblich. Auch das Durchschnittsalter der Musiker kann sich mit 35 Jahren durchaus sehen (und hören) lassen. Mit einem großen Repertoire von Klassik bis Pop ist das Orchester mit rund 20 Auftritten im Jahr, darunter stets ein eigenes Konzert, ein bedeutender Kulturträger in Winnweiler und Umgebung.


Der Verein, der 134 passive Mitglieder zählt, bildet seit 1997 auch kontinuierlich Jugendliche an Blasinstrumenten und Schlagzeug aus. Seit 1996 steht Otto Leidinger an der Spitze der Vorstandschaft. Im vorigen Jahr gelang ein wichtiger Schritt in Richtung Verjüngung der Vereinsführung. Mit der Wahl von Nicolas Geminn zum zweiten Vorsitzenden und Michael Stadtmüller zu dessen Nachfolger als Jugendvertreter, sind die Weichen für die Zukunft des Musikvereins gestellt - beide sind knapp über 20 Jahre alt. (rm)


info


Das Jubiläumskonzert am Samstag, 7. Mai, 20 Uhr, im Festhaus wird vom „Jubilar" selbst und den „Brass Cats" bestritten.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.105
Datum: Freitag, den 06. Mai 2011
Seite: Nr.15