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Archiv - Neues

24.10.2012 Kategorie: Neues

Museum Winnweiler: Gienanth-Abteilung eröffnet


Überraschend groß war die Zahl der Gäste, die Werner Rasche am 6. Oktober im Jüdischen Museum in Winnweiler zur Eröffnung der neuen Gienanthabteilung begrüßen konnte.  Sechs direkte Nachfahren von Johann Nikolaus Gienanth waren mit dabei und ihnen galt ein besonders herzliches Willkommen. Johann Nikolaus Gienanth war es nämlich, der vor 270 Jahren, 1742, die „Winnweiler Schmelz“, die heutige Eisenschmelz zwischen Hochstein und Schweisweiler, als Eisenhüttenwerk mit Hochofen, Gießerei und Hammerwerk gründete. Vor allem in den auf ihn folgenden beiden Generationen wurde die Eisenschmelz zum Stammhaus einer pfälzischen Eisendynastie in Händen dieser Familie. Neben den Imsbacher Eisenerzgruben, die der Anlass zur Gründung und zunächst die Grundlage des Hüttenwerkes waren, kamen bald das Werk Kupferschmelz, ein Großhammerwerk in Schweisweiler, ein Drahtzug in Altleiningen, Hütten- und Hammerwerke in Eisenberg, Trippstadt und Schönau, der Blechhammer in Kaise  rslautern, der Hardenburger Hammer im Isenachtal, der Saarbacher Hammer bei Ludwigswinkel, ein Stahlwerk in Kaiserslautern und anderes hinzu. Erfolg und Ansehen der Familie und ihrer Werke, die in dieser Zeit der größte Arbeitgeber in der Pfalz waren, führten 1819 für Ludwig Gienanth zum persönlichen Adel und zum Titel eines lebenslangen Reichsrats der bayerischen Krone und 1835 zur Erhebung  in den erblichen Freiherrenstand.
Bei der Eröffnung begrüßt wurde auch – stellvertretend für die anwesenden Mitglieder -  das älteste Mitglied des Vereins Museum Winnweiler e.V., die 91-jährige Lieselotte Böhler aus Kaiserslautern, Tochter des langjährigen Hochsteiner Lehrers Richard Kaiser, der sich ebenfalls schon intensiv mit der Gienanth-Geschichte befasst hatte. Auch Freunde von benachbarten Museen waren anwesend und – wie nicht anders zu erwarten – auch eine große Zahl von ehemaligen Gienanth-Mitarbeitern oder auch Familienangehörige von solchen.
Dank und Anerkennung wurden von Kreisbeigeordnetem Christoph Stumpf und Bürgermeister Rudolf Jacob übermittelt. Dankesworte an die Initiatoren kamen auch von Frau Ulla Schott geb. Naumann und von Frau Dr. Marion von Gienanth. 
Ein großes Dankeschön sprach Werner Rasche im Namen des Museums für viel Unterstützung dieser neuen Abteilung aus, sei es durch Geldspenden, Sachspenden, Dauerleihgaben oder anderes. Die Namen dieser Helfer sind in einer Dankadresse im Museum nachzulesen. Dank für tätige Unterstützung galt auch den Winnweilerer Gemeindebediensteten Benner, Bohn, Funke und Mattheis. Aber ohne den selbstlosen Einsatz seiner Freunde Hermann Scheu und Roland Fischer, so führte Rasche abschließend aus, wäre diese neue Museumsabteilung wohl kaum zustande gekommen.

Das Jüdische Museum mit dieser sehenswerten neuen Abteilung ist immer am 2. und 4. Sonntag im Monat, von 14.30 bis 17.30 Uhr, geöffnet. Für Schulklassen und Gruppen können unter Tel.06302/1256 auch andere Termine vereinbart werden.