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Archiv - Neues

07.10.2013 Kategorie: Neues

Märchentag lockt zahlreiche Kinder ins Festhaus


Gartenzwerg verjagt Geier-Joe

WINNWEILER: Kinder helfen mit beim Musical „Niemand ist zu klein, ein Held zu sein“


Zum Glück sind Kinder nicht so spießig wie Erwachsene. Sonst könnte Gartenzwerg Waldemar niemals den Urwald retten. Singen, rufen, herumlaufen – das alles ist am Freitag beim Musical „Niemand ist zu klein, ein Held zu sein“ im Winnweilerer Festhaus erlaubt. Während die jungen Zuschauer direkt vor der Bühne sitzen dürfen und so dem Zwerg lauthals helfen können, werden die Erwachsenen kurzerhand in die hinteren Sitzreihen verbannt.„Ihr habt vorne den Ehrenplatz“, ruft Schauspieler Manfred Kessler vom Chapiteau-Theater den freudestrahlenden Kindern zu. Das lassen sich diese nicht zweimal sagen. Zum Entzücken von Zwerg Waldemar springen die meisten kleinen Zuschauer vom Schoß ihrer Mütter herunter und eilen direkt vor die Bühne. Der kleine Gartenzwerg mit dem weißen Bart und dem roten Mantel ist der Held in dem Ein-Mann-Stück zum Auftakt des Oktobermarkt-Wochenendes.Waldemars Geschichte beginnt mit einem Einblick in sein ödes Leben. Tagein, tagaus muss der Zwerg mit einer Angel in der Hand in einem eingezäunten Garten sitzen. Doch davon hat er seine Zwergen-Nase gestrichen voll. Sein Plan: „Ich haue aus diesem langweiligen Garten ab.“ Klar, dass er dabei auf die Unterstützung der jungen Winnweilerer bauen kann. Und so schnappt sich Waldemar den knallroten Rasenmäher und düst unter lautem Jubel der Kinder auf und davon. Gelandet ist er an einem Ort, der weit weg von der Nordpfalz liegt: dem afrikanischen Urwald. Statt Kühe, Hunde oder Pferde gibt es dort Löwen, Tiger und Affen. „Der Urwald ist ein richtiges Paradies“, stellt Waldemar begeistert fest. Sogar ein pfiffiger Papagei spielt ein Versteckspiel mit ihm. Doch die Idylle trügt: Bösewicht Geier-Joe versetzt die Tiere in Angst und Schrecken. Sein perfider Plan: Er will die Kokosnuss von der Palme stehlen. Und in Wirklichkeit steckt er hinter dem bunten Papagei – diesen benutzt er nur als Lockvogel, um von seinen Schandtaten abzulenken.


Doch da hat Geier-Joe seine Rechnung ohne Waldemar gemacht – und die Kinder vor der Bühne. Der Gartenzwerg hält eine flammende Rede an alle Tiere und die jubelnden Zuschauer im Winnweilerer Festhaus: „Liebe Bewohner hier im Urwald, wir brauchen jetzt Zusammenhalt.“ Denn Geier-Joe muss verjagt werden. Da lassen sich die Kinder nicht lange bitten und helfen tatkräftig mit. Gemeinsam summen sie, so laut sie konnten. Mit Erfolg: Der hinterlistige Bösewicht glaubt, dass ein Schwarm Killer-Bienen durchs Festhaus schwirrt – und flüchtet daraufhin panisch aus dem Urwald. Leuchtende Augen, großer Jubel: Die Kinder feiern ihren Zwerg Waldemar, der dem Ober-Affen stolz die Kokosnuss zurück gibt. Wenn das kein Anlass für eine Urwald-Party ist. Manfred Kessler alias Gartenzwerg Waldemar – der es mit seiner ungezwungenen Spielweise schafft, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen – holt kurzerhand fünf kleine Gäste zu sich auf die Bühne, die stellvertretend für die Zuschauer im gut besuchten Festhaus mit Rasseln und Trommeln ordentlich lärmen dürfen.


Und wer in diesem Moment genauer in die Gesichter mancher Eltern schaut, der meint beinahe, neidische Blicke erkennen zu können. Schließlich ist im spießigen Erwachsenen-Theater Krachmachen nicht erlaubt. Wahrscheinlich ist das aber auch der Grund, warum dort niemals Bösewichter aus dem Urwald verjagt werden. Wobei: Wenn niemand zu klein ist, um ein Held zu werden, dann kann man eigentlich auch nicht zu groß dafür sein … (cnp)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ

Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.232
Datum: Montag, den 07. Oktober 2013
Seite: Nr.24
"Deep-Link"-Referenznummer: '91_15062575'