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Archiv - Neues

29.08.2011 Kategorie: Neues

Glenn Miller lebt


WINNWEILER: „Check six" begeistert bei Konzert zum 100-Jährigen des Musikvereins


Sie verstehen sich als „Amerikas musikalische Botschafter" und bei ihrem Auftritt vor zehn Jahren zum 90-jährigen Bestehen des Winnweilerer Musikvereins nannten sie sich auch so: Ihr Auftritt als „Ambassadors" ist wohl in nachhaltiger Erinnerung geblieben, denn auch in diesem Jahr, zum Hundertjährigen als Formation „Check six", herrschte im Festhaus Winnweiler eine sehr familiäre Atmosphäre.


Zwar war das Parkett nicht bis in den letzten Winkel bestuhlt, doch dank der langjährigen Zusammenarbeit mit den Profis, die immer wieder die Aktiven des Musikvereins tatkräftig unterstützen, tat das der Stimmung keinen Abbruch. Vom ersten Trommelwirbel an zu Beginn der zweiten Veranstaltung im Jubiläumsjahr ließen sich die Besucher begeistern und feierten jedes Solo mit Applaus. Frenetischen Beifall erntete auch nach den beiden instrumental dargebotenen Titeln „All of me" und „Chega de Saudade" der altgediente Vorstand des Jubilars, Otto Leidinger, bei seiner erfrischend kurzen Begrüßung. Er teilte fast entschuldigend mit, dass eine Terminverschiebung bei dem 13-köpfigen Ensemble mit seinen 400 Auftritten pro Jahr nun mal nicht möglich gewesen sei.


George Gershwins „Lady be good" bildete die Plattform für den Auftritt der Sängerin Rachel Trimble, die ihre liebe Not hatte, sich gegen die dynamische Dominanz ihrer männlichen Instrumentalkollegen durchzusetzen. Doch ihre stimmlichen Fähigkeiten, der unglaublich große Tonumfang und die Modulationsfähigkeit ihrer Gestaltungsmöglichkeiten überzeugten in den Passagen, die das Ohr der Gäste erreichten. Etwas leichter tat sich da ihr „fellow singer", Darran Keenom, der beim Chartstürmer „I'm yours" zur Gitarre griff, um sich zunächst selbst zu begleiten - ehe die drei Saxophonisten behutsam einstiegen und sich mit den beiden Trompetern sowie zwei Posaunen das Arrangement zu einem grandiosen Höhepunkt steigerte.


Als einziges in Europa stationiertes Jazzensemble setzt „Check six" die musikalische Tradition von Glenn Miller und seiner Army Air Forces Band mit sanften Swing-Tönen, schmissigem Rock'n Roll oder auch furiosem Boogie-Woogie fort. Spätestens als die beiden Sänger sich zum Duett mit der Jazzformation vereinten und „Straighten up and fly right" vereinten, bei dem dann auch der Kontrabassist ein bewundertes Solo einstreute, und bei „Better get it in your soul" mit der fulminanten Schlagzeugeruption gab es kein Halten mehr. In begeistertem Applaus brach sich die Freude der Besucher über das Gehörte und Gesehene Bahn und viele angeregte Gespräche im Foyer zeugten davon, dass da im Laufe der Jahre echte Freundschaften gewachsen sind. Musik verbindet eben über Sprachgrenzen und Kontinente hinweg - was aufs Trefflichste bewiesen wurde. (mhz)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.196
Datum: Mittwoch, den 24. August 2011
Seite: Nr.16
"Deep-Link"-Referenznummer: '8033261'