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Archiv - Neues

27.09.2011 Kategorie: Neues

Ganz nah dran an Papst Benedikt XVI


 

Ganz nah dran an Benedikt XVI.

BERLIN/WINNWEILER: Regina Mayer-Oelrich beim Empfang des Papstes


Es war zwar keine Privataudienz für die Winnweilerin Regina Mayer-Oelrich - trotzdem ist sie am Donnerstag ganz nah an Papst Benedikt XVI. heran gekommen. Als Vertreter der Evangelischen Kirche der Pfalz haben Mayer-Oelrich und Christian Haas aus Odenbach am Empfang des Kirchenoberhaupts im Schloss Bellevue in Berlin teilgenommen. Es war ein Tag mit vielen unvergesslichen Eindrücken - aber auch mit gedämpften Erwartungen zur Ökumene. Das hat Mayer-Oelrich im Gespräch mit der RHEINPFALZ mitgeteilt.


Bereits am Mittwoch hatten sich beide auf den Weg nach Berlin gemacht. „Die Sicherheitsüberprüfungen nahmen doch einige Zeit in Anspruch", so Mayer-Oelrich. „Wir mussten uns bereits um sieben Uhr in der Julius-Leber-Kaserne zu den ersten Kontrollen einfinden. Eskortiert von der Polizei ging es in einer Buskolonne zum Schloss Bellevue. Viele Straßen waren gesperrt, sicherlich nicht immer zur Freude der Berliner und Berlinerinnen". Um 11.30 Uhr begann der Empfang. Mayer-Oelrich und Haas erhielten einen Platz in den vorderen Reihen direkt hinter den hohen Würdenträgern der katholischen Kirche in Deutschland. Mayer-Oelrich: „So hatten wir einen uneingeschränkten Blick auf den Papst unweit von ihm entfernt."


Zwar habe Benedikt XVI. seine Begrüßungsrede und das Protokoll souverän gemeistert, doch habe es auch Kritik gegeben, da der Papst seine Themen ganz bewusst ausgesucht hat. „Themen wie Verhütung, Homosexualität oder Missbrauch hatte er nicht angesprochen" so Haas. Mayer-Oelrich fehlte „ein Wort in Richtung der Evangelischen Christen und der Frauen. Aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Bereich der Frauenarbeit weiß ich, dass viele katholische Frauen Geschlechtsgenossinnen im Verkündigungsdienst vorstellen können und wünschen."


Mayer-Oelrich und Haas engagieren sich in zahlreichen Gremien wie dem Runden Tisch Ehrenamt. Der Runde Tisch Ehrenamt betreibt Lobbyarbeit für das Ehrenamt und berät und begleitet die evangelische Kirchenleitung. Als Mitglieder der Evangelischen Kirche bedauern beide, dass der Papst nicht weiter auf die evangelischen Christen und die Ökumene zugegangen ist. Zumal auch Bundespräsident Christian Wulff die Frage aufgeworfen hatte, was die Kirche tut, um ihre eigene Spaltung in katholisch, evangelisch und orthodox zu überwinden? Darauf sei der Papst aber leider nicht eingegangen, so Mayer-Oelrich.


Trotzdem hat sie mit anderen Teilnehmern des offiziellen Empfangs - in der Wartezeit - das Thema Ökumene diskutiert. So zum Beispiel mit Vertretern der Diakonie aus Hannover oder der nordelbischen evangelisch-lutherischen Kirche. Ein kurzes Gespräch gab es auch mit dem Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. Für Mayer-Oelrich war es jedenfalls „ein Tag mit vielen interessanten Begegnungen und Diskussionen. Und einem Papst, der von den anwesenden Gästen im Garten des Schloß Bellevue begeistert empfangen wurde, aber in seinen Aussagen von bisher gehörtem nicht abwich. Aber die Worte der Präses der Synode der EKD, Katrin Göring-Eckart, anlässlich des ökumenischen Wortgottesdienstes mit Papst Benedikt XVI. lassen mich hoffen, dass es gelingen möge, doch noch Bewegung in das Thema Ökumene zu bringen: In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen, so heißt es im Johannesevangelium. Und dieses Haus, in dem wir wohnen, in das wir kommen können, egal wie wir heißen oder sind, hat auch immer noch Zimmer frei für die, die suchen und bei uns Heimat finden. Dies gelte für alle Menschen, denn Gott sieht uns alle mit der gleichen und nur ihm eigenen großen Liebe an." (lor)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.225
Datum: Dienstag, den 27. September 2011
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '8158407'