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Archiv - Neues

25.06.2014 Kategorie: Neues

„Dorfraum-Pioniere-Projekt“ in Alsenbrück-Langmeil ist gestartet


Das Foto zeigt die (noch unvollständige) Jugendgruppe der „Dorfraum-Pioniere Alsenbrück-Langmeil“ und die drei Mitglieder des Leistungsteams (Foto: Joachim Bäcker)

Jugendliche untersuchen den Ort und qualifizieren sich dabei als „Dorfraum-Pioniere“

Die LEADER-Region Donnerberger und Lautrer Land ist Modellregion für ein Projekt, das aus den bisherigen Aufgaben der LEADER-Förderung heraussticht, denn in ihm stehen Jugendliche aus den Dörfern und nicht nur die Bau- oder Infrastrukturförderung im Mittelpunkt. Waren bisher die LEADER-Projekte eher ein „jugendfreier Raum“ in dem die Akteure sich maßgeblich aus älteren Altersklassen zusammensetzten und das Thema „Jugend“ nur mittelbar, z.B. bei der Bezuschussung von Baumaßnahmen für einen Jugendraum vorkam, so ist bei diesem Projekt alles anders, denn bei ihm sind die Jugendlichen selbst der Akteur und stehen im Mittelpunkt.

Möglich gemacht hat dieses Projekt die gute Vorarbeit des Landesjugendpfarramtes und der regionalen Zentralstellen der  Evangelischen Jugend der Pfalz, die unter Anleitung  des Referentes für Grundsatzfragen, Ingo Schenk, mit dem Motto „Dorf-Leben“ seit 2011 lokale Aktionen angestoßen haben, „die wieder an das gemeinsame Leben im Dorf erinnern sollen, um neue Möglichkeiten des Miteinanders aufzuzeigen“ – so der Grundsatzreferent. Und die Motoren für diesen Prozess waren die Jugendlichen.

Diese positive Erfahrung hat das Landesjugendpfarramt animiert, aus dem (2011 mit dem JUgendProjektPreis JUPP der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland ausgezeichneten) Projekt „Dorf-Leben“ nun das Nachfolge-Projekt: „Dorf-Leben – Qualifizierung Jugendlicher als Dorfraum-Pioniere“ zu machen. Da ein solches – fünf Dörfer umfassendes – Qualifizierungsprojekt eine umfangreiche finanzielle, organisatorische und logistische Herausforderung ist, war dieses Vorhaben nur möglich, wenn dafür die Projektförderung über das LEADER-Programm bewilligt wurde. Dies geschah im Frühsommer 2014 und seit dem läuft das Projekt parallel in fünf Dörfern an.

Das Alsenbrück-Langmeiler „Dorfraum-Pioniere-Projekt“ wird von einem dreiköpfigen Leitungsteam unterstützt: von Albert Herrenknecht (Ländliches Entwicklungsbüro PRO PROVINCIA Boxberg), von Joachim Bäcker (Evangelischen Jugendzentrale Winnweiler) und Elisabeth Franck (die als „lokale Projektbetreuerin“, die der Jugendgruppe in allen Fragen zum Ort mit Rat und Tat zur Verfügung steht).

Das Projekt ist anspruchsvoll, denn es macht quasi aus „Laien“ qualifizierte „Dorfraum-Pioniere“, die am Ende des Projektes in der Lage sind, ihr Dorf mit einem völlig neuen Blick zu sehen: aus dem verengten Blickwinkel der reinen Jugendsicht wird nun die erweiterte Sicht eines ganzen Dorfraums. Neue Themenfelder, wie Fragen der Infrastruktur, der Wirtschaftsentwicklung, der sozialen Daseinsvorsorge, werden erschlossen und bearbeitet. Die Jugendlichen bewegen sich wie „Pioniere“ in ihrem Dorfraum - deshalb der Namen „Dorfraum-Pioniere“.

Für die Gemeinde Alsenbrück-Langmeil und ihre „Dorfraum-Pioniere“ fand der Projektstart am 18.-19. Juni 2014 in der Jugendherberge Steinbach statt. Die aus Jugendlichen vom Ort und Jugendlichen der Jugendzentrale Zweibrücken bestehende zwölfköpfige „Dorfraum-Pioniere-Gruppe“ setzte sich sehr intensiv mit der möglichst umfassenden Erschließung des Ortes über vorliegende schriftliche Materialien zum Ort, eine Internet-Recherche der lokalen Netzseiten und über die Aktivierung eigener Erfahrungen zum Dorfleben, auseinander. Das Ziel war es, ein erstes, breit-gefächertes „Dorfportrait“ zu erstellen, das das Dorf wie ein aufgeschlagenes Buch voller Informationen und Fragen präsentieren sollte. Zur Erstellung dieses „Dorfportraits“ wurden vier thematische Arbeitsgruppen gebildet, um die Sichtung und Aufarbeitung des umfangreichen Materials sehr effektiv zu gestalten. Diese vier Arbeitsgruppen widmeten sich den Alsenbrück-Langmeiler Dorfthemen: „Rund(her)um“ (die Lage im Raum, Daten zur Geschichte, Bedeutung des Dorfwappens usw.), „Infra-Struktur“ (Einwohnerentwicklung, Wirtschaftsstruktur, lokale Entwicklungstrends usw.), „Sozial-Raum“ (Sozial-kulturelle Einrichtungen im Ort, sozial-strukturelle Ausdünnung, zentrale Ortsmitte und Dorfränder usw.) und „Image“ (die Eigendarstellung des Ortes, das Erscheinungsbild des Ortes, die Auswirkung der großen Betriebe auf das Image des Ortes usw.).
In der knappen Zeit von nur vier Stunden erstellten die Jugendlichen in dieser sehr effektiven arbeitsteiligen Vorgehensweise ein sehr breites und auch thematisch in die Tiefe gehendes „Dorfportrait von Alsenbrück-Langmeil“, das eine Teilnehmerin aus dem Raum Zweibrücken folgendermaßen kommentierte: „Nach diesem Überblick kenne ich mich in diesem für mich noch unbekannten Ort besser aus, als in meinem Dorf zuhause“. Und sie setzte ihre Aussage fort: „Es wird nun Zeit, dass ich den Ort endlich sehe“.