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Archiv - Neues

05.05.2011 Kategorie: Neues

Die Zuverlässigkeit in Person


NACHBARN IN DER NORDPFALZ: Der 69-jährige Helmut Mayer hat nicht nur bei den Sängern seit Jahrzehnten die „Fehlquote Null"


Wenn in Winnweiler eine Liste besonders verdienter Ehrenamtler erstellt werden würde, dürfte ein Name nicht fehlen: Helmut Mayer. Und das nicht nur wegen seines jahrzehntelangem Engagements in der Sängervereinigung.


Im Gegensatz zu vielen seiner Sängerkameraden hat Helmut Mayer erst im fortgeschrittenen Alter von 46 Jahren seine Liebe zum Chorsingen entdeckt. Im Jahr 1988 trat er der Sängervereinigung Winnweiler bei und ist seither als Sänger im ersten Bass ein Muster an Zuverlässigkeit, dem Chorleiter Walter Paul „Fehlquote Null" bescheinigen kann. Als Kassenprüfer hatte er zehn Jahre lang ein waches Auge auf die Kassenführung des Vereins, eine Aufgabe, die er seit 1999 auch im Nordpfälzer Sängerbund wahrnimmt. 1997 wurde er an die Spitze der Sängervereinigung gewählt und übte dieses Amt mit außergewöhnlichem Engagement bis 2006 aus. Nach zweijähriger „Auszeit" übernahm er 2008 erneut den Vorsitz, den er nun nach insgesamt zwölfjähriger Amtszeit an Werner Lacmann abgegeben hat.


In guter Erinnerung bleiben Helmut Mayer vor allem das glanzvolle Konzert mit dem Johann-Strauß-Orchester zum 125-jährigen Jubiläum im Jahr 2000, der Auftritt des Männerchors beim „Fröhlichen Alltag" des Radiosenders SWR 4 in Rockenhausen, wie auch die Uraufführung des von Louis Faust komponierten „Donnersberglieds". Mit eher gemischten Gefühlen denkt er an besonders zeitraubende Konzertvorbereitungen zurück, etwa wenn der Aufbau einer Vorbühne im Festhaus erforderlich war. Eine organisatorische Herausforderung stellte auch der Besuch eines Chors aus Saint-Laurent-Nouan sowie der Gegenbesuch des Frauenchors in der französischen Partnergemeinde dar.


Mit großem persönlichem Einsatz widmete er sich der Einrichtung der „Sängerklause" im Hof der Bäckerei Korn, die von 1997 bis 2005 an den Oktobermarkttagen beliebter Treffpunkt für Sänger und Kerwegäste war. Stets war Mayer bestrebt, die Sängervereinigung mit ihren beiden Chören ins Gemeindeleben einzubinden, wozu für ihn die Präsenz bei den Märkten ebenso zählte wie am Volkstrauertag, dem traditionellen Adventssingen oder als musikalische Botschafter im Pflegeheim Zoar, und dazu selbstverständlich ein jährliches eigenes Konzert. Ebenso sehr am Herzen lag ihm aber auch die Pflege der Geselligkeit unter den Aktiven, weswegen ein Ausflug oder eine Wanderung und die alljährliche Weihnachtsfeier, die auch immer den würdigen Rahmen für Sängerehrungen bot, zu gern übernommenen Pflichten gehörten. Als große emotionale Belastung bezeichnet er rückblickend die Nachrufe für verstorbene Sängerinnen und Sänger, die zu halten er gezwungen war.


Beim kleinen „Verabschiedungsumtrunk" im Kreis der Sängerinnen und Sänger waren die Chorleiter Walter Paul und Petra Lieberich voll des Lobes für den scheidenden Vorsitzenden, der die Sängervereinigung bestens repräsentiert, sich aber nie in die Arbeit der Dirigenten eingemischt habe. Mit Attributen wie „gewissenhaft und sorgfältig, und um optimale Ergebnisse bemüht" charakterisierte Werner Lacmann seinen Vorgänger im Amt des Vorsitzenden. Eigenschaften, die Mayer auch in anderen Ehrenämtern in Gesellschaft, Kirche und Politik auszeichneten: etwa während der Kindergarten- und Schulzeit seiner beiden Söhne von 1975 bis 1993 als Elternvertreter am Wilhelm-Erb-Gymnasium, zuletzt als Vorsitzender. Im Jahr 1994 hat er den Vorsitz des Vereins der Freunde des WEG übernommen. Eine Aufgabe, die Geschick und Einfallsreichtum bei der Beschaffung entsprechender Sponsorengelder erfordert, um den selbst gestellten Aufgaben gerecht werden zu können. So unterstützt der Verein beispielsweise bedürftige Schüler bei Klassenfahrten, greift bei „Jugend forscht" mit entsprechenden Anschaffungen unter die Arme und hat einen Preis für sozial engagierte Abiturienten ausgelobt. Einige Jahre lang hat er sich auch in der Kolpingfamilie eingebracht, war Mitglied im Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat der Pfarrei Herz-Jesu und von 1992 bis 2001 im Diözesanverband Speyer des Arbeitskreises Politik und Gesellschaft in der Gemeinschaft katholischer Männer. Zehn Jahre lang gehörte er auch dem Ortsgemeinderat an und ebenso lange dem Haupt- und Finanzausschuss.


Dass es dem Vorsitzenden des Pfaff-Seniorenkreises ehemaliger Führungskräfte auch in Zukunft nicht langweilig wird, dafür bürgen die acht Mal im Jahr anstehenden Aktivitäten der agilen „Alten Herrn", die Mayer mit der bewährten Akribie gern organisiert. (rm)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.104
Datum: Donnerstag, den 05. Mai 2011
Seite: Nr.17