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Archiv - Neues

02.02.2011 Kategorie: Neues

Das Gesicht des WEG geht


Klaus Kremb war 17 Jahre Schulleiter des Wilhelm-Erb-Gymnasiums - Mit großer Feier im Festhaus verabschiedet 

„Ich gehe mit lächelndem Gesicht": Mit diesen Worten hat Klaus Kremb seine Stimmungslage bei der Verabschiedung als Schulleiter des Wilhelm-Erb-Gymnasiums auf den Punkt gebracht. Mehr als 17 Jahre lang hat Kremb die Schule geführt, ehe nun - wie es amtsdeutsch heißt - die „Freistellungsphase der Altersteilzeit" beginnt. Neben Schülern und Kollegen haben bei der Feierstunde im Winnweilerer Festhaus zahlreiche Vertreter von Kommunen, Institutionen und benachbarten Schulen das Wirken eines außergewöhnlichen Menschen, Pädagogen und Wissenschaftlers gewürdigt.
„Warum soll mein letztes Lied denn traurig sein?": Diese Textzeile aus einem Song von Daliah Lavi trifft wohl am besten die Atmosphäre beim Festakt für den scheidenden Oberstudiendirektor. Würdevoll, aber nicht ohne Humor, feierlich und fröhlich ist die „Ära Kremb" zu Ende gegangen. Gerhard Dohna von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion beantwortete die selbst gestellte Frage: „Wem gehört eigentlich ein Gymnasium?" Wenn es auch für den Erfolg einer Bildungsstätte stets „viele Väter" gebe, für die ADD habe Kremb immer an erster Stelle gestanden. „Er hat das WEG geprägt, in der Öffentlichkeit repräsentiert und umsichtig geleitet", lobte Dohna. Kremb habe die „Mammutaufgabe" eines Schulleiters mit Menschlichkeit, Verantwortungsgefühl und Humor gemeistert. Seine „beispielhafte berufliche Karriere" habe nie seine Fähigkeit gemindert, Mensch zu bleiben. Für die Zukunft wünsche er dem Menschen „Zeit zur Besinnung und für die Familie", dem Wissenschaftler neue, interessante Aufgaben.
Gute Wünsche für den neuen Lebensabschnitt sandte auch Bildungsministerin Doris Ahnen mit der Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand. Landrat Winfried Werner ging auf Veränderungen im Schulsystem ein, unter anderem die Gründung der Integrierten Gesamtschule. Dass das WEG durch die daraus erwachsene Konkurrenz keine Schülereinbußen erlitten habe, belege den guten Ruf der Schule. Dem Schulträger gegenüber habe Kremb immer hohe Ziele eingefordert, bei deren Verwirklichung der Landkreis im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten geholfen habe. Mit augenfälligen Projekten habe Kremb die Schule nach außen geöffnet, sich mit großem persönlichen Einsatz engagiert und auch Ehefrau Christel sowie Sohn Carsten einbezogen. Dafür und für die gute Zusammenarbeit dankte Werner der „Schulleiterfamilie".
Die Vorsitzende des Schulelternbeirates Lydia Meyer lobte Kremb als immer offenen Ansprechpartner und Vermittler in Problemsituationen. Der WEG-Freundeskreisvorsitzende Helmut Mayer betonte die weitgehende Übereinstimmung zwischen Schule und Verein. Letzterer habe seit 1994 das WEG mit 46.000 Euro zur Beschaffung von Lehrmitteln unterstützt. Dabei gebühre Kremb als stellvertretendem Vorsitzenden großer Dank für seinen unermüdlichen Einsatz bei der Beschaffung von Sponsorengeldern. Deshalb sei man auch gerne seinem Wunsch zum Abschied nachgekommen und habe 2400 Euro zur Anschaffung von weiteren Mikroskopen und einem Beamer zur Verfügung gestellt.
Schülersprecher Felix Bicu skizzierte die Qualifikation Krembs als Schulleiter aus der Schülerperspektive. „Kühler Kopf und offenes Ohr und der unbedingte Glaube an seine Schüler" nannte er als hervorstechende Eigenschaften, dazu „Verstand und Verständnis", als Grundlagen für die Beliebtheit und Achtung seitens seiner Schüler. Kremb sei aber auch „ein Mann der Wissenschaft" und als dieser unverzichtbar für das Studienseminar Kaiserslautern, wie dessen Repräsentant Karl Wilhelm hervorhob. Den Referendaren, die er mit in den Unterricht am WEG als Ausbildungsschule genommen habe, sei immer auch Lebensberatung zuteil geworden. Eckhard Friedrich erläuterte die Aufgaben der 1925 gegründeten Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, der Kremb seit 1991 angehört, seit 2004 als Präsident. Er habe diese auf die Anforderungen der Gegenwart und Zukunft eingestellt. Die Organisation schätze sich glücklich, ihn an der Spitze zu haben.
„Szenen aus dem stressigen Schulalltag" ihres scheidenden Chefs gaben Mitglieder des Personalrats und Kollegiums zum Besten. Krembs „Double" Sascha Spohr gelangen diese - zum großen Vergnügen des Originals und der Gäste - sehr authentisch. Der Chor der Lehrerinnen (Leitung Julia Nielsen) gab die Antwort auf die oben zitierte Frage, denn „jeder Abschied ist ein neuer Anfang".
Eine „wundervolle Wegweisung" seien diese Worte, so Klaus Kremb, der für die bewegende Feier dankte. Dank sagte er aber vor allem den Wegbegleitern seiner über 17-jährigen Amtszeit am WEG - von den Schülern und dem Kollegium über die Sekretärinnen bis hin zu den Hausmeistern und Reinigungskräften: „Sie alle sind das WEG!" Er zitierte aus einem Brief, dessen Absender ihm „Kraft zum Loslassen" gewünscht habe - „zu lächeln und zu trauern, zu vergeben und um Vergebung zu bitten und dankbar zurückzublicken". Diese Worte wolle er beherzigen, denn bei aller Belastung habe er auch viel Freude erlebt und Zuspruch erfahren. Dafür dankte er besonders seiner Frau und seinem Sohn. Seinem Stellvertreter - Studiendirektor Manfred Sappok, der für die nächsten Wochen die Verantwortung für die Schule zu tragen hat - übergab er Schul-, Direktorats- und Tresorschlüssel. Mit lang anhaltendem Applaus haben die Gäste im Stehen Kremb verabschiedet.
Stefan Engel und Rüdiger Kreutz (Querflöten) sowie Peter Ramroth am Flügel haben mit Werken von G. Philipp Telemann die Feier musikalisch begleitet, zu der auch Barbara Sãs mit dem französischen Chanson „Non, je ne regrette rien" beigetragen hat. Manfred Sappok hatte durchs Programm geführt. Ein besonderes Abschiedsgeschenk hatte sich das Kollegium für Kremb überlegt: eine rustikale Gartenbank, zu der auch ein Tisch gehört. Und weil daran nicht nur roter Tee - das Lieblingsgetränk des Schulleiters a.D., in diversen Sorten von den Studienseminarkollegen spendiert - geschlürft werden kann, wird hier sicher noch so manche wissenschaftliche Abhandlung entstehen... (rm)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.27
Datum: Mittwoch, den 02. Februar 2011