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Archiv - Neues

15.08.2011 Kategorie: Neues

Bürgermeister Rudolf Jacob gegen Pläne für Alsenztalbahn als Haupzgüterverkehrsstrecke


 

Güterzüge durchs Alsenztal?

WINNWEILER: Gemeinderat will von der Bahn Auskunft über Pläne zur Verlagerung des Schwerlastverkehrs


Die Ortsgemeinde Winnweiler sucht das Gespräch mit der Deutschen Bahn. Grund: Die Bahn prüft derzeit die Option, zur Entlastung der so genannten Mittelrheinschiene verstärkt Güterverkehr über die Alsenztalbahn rollen zu lassen. Eine von Bürgermeister Rudolf Jacob vorgeschlagene Resolution hat der Gemeinderat zwar nicht verabschiedet. Allerdings werden von der Bahn nun genauere Informationen über das Vorhaben verlangt.


In der Resolution wäre die Bahn aufgefordert worden, die Planungen und Untersuchungen zur Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die Alsenztalbahn zu beenden. Jacob vertrat die Auffassung, die Bahnstrecke sei aufgrund ihrer zahlreichen Ortsdurchfahrten nicht für eine stärkere Verkehrsbelastung geeignet. Eine Umsetzung der Pläne hätte für die Bürger eine deutliche Verschlechterung der Lebensqualität sowie ein Sinken der Grundstückswerte zur Folge. Zudem sollten die VG Winnweiler, der Donnersbergkreis und das Land aufgefordert werden, sich dafür einzusetzen, dass die Alsenztalbahn keine Hauptverkehrsstrecke für den Güterverkehr wird.


Die Bahn lotet laut Jacob derzeit aus, ob ein „Westkorridor" Entlastung für die Mittelrheinschiene bringen könnte. Die Prüfung werde im Zusammenhang mit dem Wachstumsprogramm der Bahn durchgeführt. Nach den Plänen würde der Zugverkehr von Karlsruhe über Landau und Neustadt das Alsenztal erreichen. Da die Alsenztalbahn jedoch durch Winnweiler mit seinen Ortsteilen Hochstein und Alsenbrück-Langmeil führt und dabei die Wohnbebauung unmittelbar an die Bahntrasse grenzt, sollte der Bahn möglichst frühzeitig ein Signal gesetzt werden, so Jacob. Motto: Die Ortsgemeinde Winnweiler wird sich mit allen Mitteln gegen eine Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die Alsenztalbahn wehren. Jacob gab ferner zu bedenken, dass die Bahnlinie vor mehr als 100 Jahren gebaut worden und damit für den heutigen Güterverkehr gar nicht ausgelegt sei.


Grundsätzlich sei die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schienen der richtige Schritt, betonte Rudolf Franzmann (SPD). Angesichts der angestrebten Zunahme müsse folglich mit Ausweichstrecken gearbeitet werden. Allerdings seien ihm die vorliegenden Informationen zu dürftig, um den Plänen uneingeschränkt zustimmen zu können. Vor einer Entscheidung sollte man sich beide Seiten anhören. Franzmann schlug vor, dass die VG Winnweiler zusammen mit benachbarten Verbandsgemeinden das Gespräch mit der Bahn suchen soll. Jacob erwiderte, auch er begrüße eine Verlagerung der Güter auf die Schiene. Dies sollte jedoch auf geeigneten Strecken geschehen. So könne er sich eine Trasse entlang der A 61 vorstellen.


Bislang habe man von einer Elektrifizierung der Alsenztalbahn gesprochen, erinnerte Christian Ritzmann (FDP). Sollte dieser Gedanke weiter verfolgt werden, dann müsse auch die Wirtschaftlichkeit beachten werden. Notwendig seien genauere Informationen, insbesondere im Hinblick auf den Lärmschutz. Zudem wären Einschränkungen wie Nachtfahrverbote zu prüfen. Eine gewisse Zurückhaltung sei jedoch geboten, um die Infrastruktur nicht zu gefährden, forderte Ritzmann ein vorsichtiges Vorgehen. Auf weitere Informationen will auch Christa Mayer (SPD) warten. Dagegen machte sich Werner Steffens (CDU) für die Verabschiedung der Resolution stark: So könne sich die Ortsgemeinde gegenüber der Bahn eine stärkere Position verschaffen, damit diese ihre Vorstellungen und Planungen offen legen müsse. Der Rat will es jedoch vorerst bei einer Kontaktaufnahme mit der Bahn belassen. (osw)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.187
Datum: Samstag, den 13. August 2011
Seite: Nr.18
"Deep-Link"-Referenznummer: '8003136'