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Archiv - Neues

29.08.2011 Kategorie: Neues

Blitz sprengt Hochsteiner Kreuz in 1000 Stücke


WINNWEILER: Wahrzeichen aus Sandstein fällt in der Nacht auf Dienstag schwerem Unwetter zum Opfer - Ortsgemeinderat entscheidet über Wiederaufbau


Vor fünf Jahren war es noch mit einem blauen Auge davon gekommen - in der Nacht auf Dienstag hat erneut ein Blitz in das Hochsteiner Kreuz eingeschlagen. Dieses Mal ist das mehr als 240 Jahre alte Wahrzeichen in seine Einzelteile zerlegt worden. Nur der Sockel steht noch. Ob das rund vier Meter hohe Steinkreuz neu aufgebaut wird, ist noch ungewiss. Falls ja, wäre es nicht das erste Mal.


Gestern Morgen ist auf dem 70 Meter hohen Felsen oberhalb der Bundesstraße 48 von den schweren Unwettern, die in der vorigen Nacht (auch) über der Nordpfalz gewütet haben, nichts mehr zu spüren. Die Folgen sind aber deutlich zu sehen, während die Sonne schon wieder unbarmherzig auf das nur über Waldwege und schmale Pfädchen zu erreichende Plateau brennt: Im grellen Licht glitzern zig rot-weiße Bruchstücke, die in einem Umkreis von gut fünf Metern verstreut liegen.


Der Blitz hat ganze Arbeit geleistet: Das Steinkreuz ist regelrecht gesprengt worden - nur ein kleiner Zipfel ist zusammen mit dem zirka 1,50 Meter hohen Sockel und der darin verankerten Eisenstange, die dem Kreuz Halt gegeben hat, stehen geblieben. Vermutlich ist der Blitz in die Spitze eingedrungen, über die Eisenstange in den Sockel weiter „gewandert" und dort ausgetreten. Davon zeugen auch schwarze Verfärbungen auf der Rückseite des Sockels. Die Größe der kreuz und quer auf dem Boden liegenden Sandstein-Stücke reicht von wenigen Zentimetern bis zu rund einem halben Meter. Auch der Laie sieht: Da ist nun wirklich nichts mehr zu retten.


Anders als vor fünf Jahren: Im Frühjahr 2006 war das Kreuz schon einmal vom Blitz getroffen worden. Damals wurde das Naturdenkmal allerdings „nur" oberhalb des Querbalkens stark beschädigt. Für rund 6000 Euro hatte der Winnweilerer Steinmetzbetrieb Woll das Steinkreuz repariert - was aufgrund des unwegsamen Geländes und der exponierten Lage alles andere als einfach gewesen ist. So konnte das Wahrzeichen des Winnweilerer Ortsteils aus Sicherheitsgründen nicht mit einer Leiter angegangen werden - für das fast am Abgrund stehende Kreuz musste eigens ein Gerüst gestellt werden. Was mit nicht geringen Kosten verbunden gewesen ist.


Widrigkeiten, die zu beachten sind bei der Klärung der Frage, ob - und wenn ja, in welcher Form - das Kreuz wieder aufgebaut wird. Der Winnweilerer Ortsbürgermeister Rudolf Jacob sagte gestern im Gespräch mit der RHEINPFALZ, „dass diese Entscheidung der Gemeinderat zu treffen hat. Ich gehe allerdings davon aus, dass die Bereitschaft im Rat für einen Wiederaufbau vorhanden ist." Schließlich hat das Hochsteiner Kreuz in der Bevölkerung einen beträchtlichen Stellenwert. So ist das Bauwerk seit Jahren zu nächtlicher Stunde angestrahlt worden. Zudem ist das eingezäunte Plätzchen ein beliebtes Ziel vieler nordpfälzer Wanderer, weil man von hier aus einen herrlichen Ausblick über Hochstein und die angrenzenden Täler hat.


Zunächst werde nun der Steinmetzbetrieb Woll versuchen, aus den Fragmenten des Kreuzes die exakten Maße zu ermitteln, sagte Jacob. Dann wird die Firma der Ortsgemeinde ein Angebot über die zu erwartenden Kosten unterbreiten, über das der Gemeinderat zu entscheiden hat. Sollte das Mal neu errichtet werden, wäre es übrigens nicht der erste komplette Wiederaufbau: 1969 war ein Betrunkener am Kreuz hoch geklettert, woraufhin dieses zusammen gestürzt und zerbrochen war. 1970 ist es ab dem Sockel erneuert und feierlich wieder eingeweiht worden - 41 Jahre später sind nur noch Trümmer übrig. Doch wer die Beliebtheit „ihres" Kreuzes bei den Winnweilerern, vor allem den Hochsteinern, kennt, der ist überzeugt: Dabei bleibt es nicht. (kra)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.197
Datum: Donnerstag, den 25. August 2011
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '8045995'