Unsere Ortsteile
Winnweiler
Winnweiler
Alsenborn-Langmeil
Alsenbrück-Langmeil
Hochstein
Hochstein
Potzbach
Potzbach

Archiv - Neues

02.02.2011 Kategorie: Neues

Bei Wagner stehen die Maschinen endgültig still


ALSENBRÜCK-LANGMEIL: Betrieb beim angeschlagenen Bauunternehmen wird sofort eingestellt - 140 Mitarbeiter haben gestern Kündigung erhalten 

Die Hoffnungen, die angeschlagene Baufirma Karl Wagner GmbH retten zu können, haben sich nicht erfüllt: Das Unternehmen stellt den Betrieb mit sofortiger Wirkung ein. Den Beschluss hat das Amtsgericht Kaiserslautern gestern auf Antrag des vorläufigen Insolvenzverwalters Harald Hess (Mainz) erlassen. Die rund 140 Mitarbeiter haben ihre Kündigungen erhalten. Zudem ist gestern das Insolvenzverfahren über das Unternehmen - inklusive der Tochterfirmen KWL pro Natur GmbH und Schimbold Baugesellschaft mbH - eröffnet worden.
Wie berichtet hatte Geschäftsführer Harald Schimbold für die drei Firmen Insolvenz angemeldet. Daraufhin hatte das Amtsgericht Kaiserslautern am 20. Dezember das Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Mutter- und der beiden Tochtergesellschaften angeordnet. Ferner war Harald Hess zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden.
Dieser hatte Mitte Januar noch realistische Chancen gesehen, die in finanzielle Schieflage geratene Firma zu retten. Zu den Gründen für das endgültige Aus sagte Hess, im Laufe der Überprüfungen habe sich heraus gestellt, dass „die Schuldnerin über ein sehr geringes Anlagevermögen verfügt. Für Lieferanten und Bankkredite können deshalb keine Drittsicherheiten bestellt werden." Viele der Maschinen, mit denen das Unternehmen gearbeitet habe, seien gemietet oder geleast gewesen.
Zudem seien die aktuellen Baustellen der Firma „leider aufgrund der derzeitigen Witterungsverhältnisse nicht mit einem Gewinn kalkulierbar. Nach Aussagen eines Sachverständigen liegt die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Gewinn vollständig ausfallen wird", so Hess.
Nächste Aufgabe des Insolvenzverwalters: die „bereinigte Insolvenzmasse" festzustellen. So müssten beispielsweise bestehende „Sicherungsübereignungen" geprüft werden - dabei handelt es sich um Sicherheiten für in Anspruch genommene Kredite. Auch müssen die genannten „Mietmaschinen" aus der Insolvenzmasse herausgegeben werden. Die bisher bekannten Gläubiger werden schriftlich aufgefordert, ihre Forderung zur Insolvenztabelle anzumelden. Hierzu gehören insbesondere sämtliche Arbeitnehmer.
Wie berichtet haben die 140 Mitarbeiter seit November keinen Lohn mehr erhalten. Die Ausfälle für den Zeitraum November bis Januar sind allerdings über Insolvenzgeld gedeckt. Dessen Vorfinanzierung für den Monat November ist bereits erfolgt. Für Dezember und Januar bestehen noch Ansprüche auf Insolvenzgeld, sofern die Beschäftigten in diesem Zeitraum gearbeitet haben.
Auswirkungen hat das Ende des 1949 gegründeten Traditionsunternehmens auch für die Träger noch offener Baustellen: Sie müssen sich nun zur Fertigstellung neue Auftragnehmer suchen, eventuell die Aufträge neu ausschreiben. Mit folgenden Arbeiten war die Firma Wagner nach Kenntnis der RHEINPFALZ im Donnersbergkreis beschäftigt: Erschließung der Neubaugebiete in Alsenbrück-Langmeil und Göllheim, Verlegung einer Druckleitung auf dem Röderhof und Ausbau der Paul-Münch-Straße im Eisenberger Stadtteil Steinborn. Auch auf diesen Baustellen stehen die Maschinen still. Im Gegensatz zu denen der Firma Wagner aber nur vorübergehend. (kra)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.26
Datum: Dienstag, den 01. Februar 2011